Der verschwundene Geschichtenerzähler ist unser erstes selbstgeschriebenes Abenteuer für Little Wizards. Vieles ist in diesem Abenteuer nicht so, wie es am Anfang scheint und Michael hat viel Kreativität aus seine Feder fließen lassen. Natürlich kam Basti wieder mit allen möglichen Fragen um die Ecke und daraus entstand dieses kleine Interview. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!
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Wie war es für Dich, an Deinem ersten Abenteuer für den Verlag zu arbeiten?
Ziemlich aufregend war das! Ich hatte vorher ja schon diverse Bücher unseres Verlagsprogramms übersetzt und auch für das Little Wizards Abenteuer „Ballade im Mondschein“ zusätzliche Inhalte geschrieben. Von der redaktionellen Arbeit an all unseren Büchern mal ganz abgesehen. Aber den eigenen Namen zum ersten Mal vorne auf dem Cover zu lesen und offiziell „Autor“ zu sein, da habe schon etwas Muffensausen bekommen.
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Wie bist Du auf die Idee zu Valentino Apfelbaum und seinem Verschwinden gekommen? Gab es eine bestimmte Inspiration?
Uff, das kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Die Idee ist mir schon vor mehreren Jahren gekommen. Ich glaube, mich hat bei der Beschreibung der Schauder-Inseln im Little Wizards Regelwerk fasziniert, wie sehr ihre Bewohner*innen Gruselgeschichten lieben und wie sie das Erzählen von Gruselgeschichten zu einer Kunstform entwickelt haben. Dort ist auch zu lesen, dass einige der besten Geschichtenerzähler*innen Magie beherrschen und ihre Darbietungen mit Sound- und Lichteffekten untermalen. Ich denke, so ist mir der Charakter von Valentino Apfelbaum eingefallen und die Idee, dass er während seiner eigenen Vorstellung plötzlich verschwindet und die kleinen Hexen und Zauberer ermitteln müssen.
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Was war Dir beim Schreiben besonders wichtig?
Die Geschichte hat einen feministischen Subplot. Ich habe eine Tochter und ich finde es gerade in der heutigen Zeit wichtig, dass sich Mädchen und junge Frauen nicht entmutigen lassen, ihren eigenen Weg zu gehen. Gleichzeitig sollte der Subplot auf keinen Fall aufgesetzt wirken oder unglaubwürdig sein. Daher bin ich sehr glücklich, dass mir Cassandra von Nihil Rollenspiel und Kinderrollenspiel.de dabei geholfen hat, die Geschichte mit ihrem Feedback und ihren Ideen richtig rund zu machen.
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Little Wizards lebt von kindgerechter Magie und Fantasie: Wie hast Du es geschafft, Grusel und kindliche Inhalte in Einklang zu bringen?
Der Gruselfaktor hat mich tatsächlich sehr beschäftigt. Durch meine Tochter verstehe ich zwar ganz gut, was Kinder als gruselig empfinden, aber natürlich ist jedes Kind individuell und die Gruseltoleranz verändert sich je nach Alter stark. Die Little Wizards Kernzielgruppe sind Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren und allein innerhalb dieser Altersspanne findet eine Wahnsinns-Entwicklung statt.
Das schwierigste war dabei, die Gruselgeschichte zu schreiben, die Valentino vor seinem Verschwinden vorträgt. Ich habe es dann so gelöst, dass ich einerseits Hinweise zum altersangepassten Erzählen integriert habe und andererseits drei unterschiedliche Möglichkeiten im Abenteuer anbiete, die Gruselgeschichte in das Abenteuer einzubinden. Und natürlich dürfen Sicherheitstechniken auch nicht fehlen!
Das schwierigste war dabei, die Gruselgeschichte zu schreiben, die Valentino vor seinem Verschwinden vorträgt. Ich habe es dann so gelöst, dass ich einerseits Hinweise zum altersangepassten Erzählen integriert habe und andererseits drei unterschiedliche Möglichkeiten im Abenteuer anbiete, die Gruselgeschichte in das Abenteuer einzubinden. Und natürlich dürfen Sicherheitstechniken auch nicht fehlen!
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Die Schauplätze – die Villa der Lady von Ginster, die Bibliothek von Spikehair, der Gespenstische Wald – sind alle sehr bildhaft. Wie entwickelst Du solche Orte?
Das ist sehr unterschiedlich. Die Villa lebt für mich sehr vom Charakter der Lady von Ginster. Die Villa ist in diesem Sinne einfach Teil ihrer Backstory. Die Bibliothek von Spikehair und der Gespenstische Wald dagegen werden beide schon im Grundregelwerk erwähnt (den Gespenstischen Wald lernen die kleinen Hexen und Zauberer sogar schon in "Ballade im Mondschein" kennen). Die beiden Orte sind dort aber nur sehr kurz beschrieben. So etwas weckt dann meine Neugier, herausfinden, wie es dort genau aussieht und welche Dinge man dort erleben kann.
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Was unterscheidet „Der verschwundene Geschichtenerzähler“ von anderen Little-Wizards-Abenteuern?
Bisher sind alle Little Wizards Abenteuer sehr unterschiedlich. Ein paar sind eher linear angelegt wie „Verzauberte Schokolade!“ oder auch „Ballade im Mondschein“. „Das Geheimnis von Squeakydoor Manor“ ist dagegen sehr frei darin, in welcher Reihenfolge die Charaktere dem Geheimnis auf den Grund gehen.
„Der verschwundene Geschichtenerzähler“ liegt irgendwo dazwischen. Es gibt einen roten Faden, dem die Charaktere folgen können, sie haben aber viele Möglichkeiten, währenddessen Nebenschauplätze und -geschichten zu erleben. Im Besonderen die Bibliothek: Hier gibt es sechs Stockwerke (mindestens!) zu entdecken und es werden sechs mögliche Begegnungen beschrieben, die eigentlich Startpunkte für ganz neue Abenteuer sind.
„Der verschwundene Geschichtenerzähler“ liegt irgendwo dazwischen. Es gibt einen roten Faden, dem die Charaktere folgen können, sie haben aber viele Möglichkeiten, währenddessen Nebenschauplätze und -geschichten zu erleben. Im Besonderen die Bibliothek: Hier gibt es sechs Stockwerke (mindestens!) zu entdecken und es werden sechs mögliche Begegnungen beschrieben, die eigentlich Startpunkte für ganz neue Abenteuer sind.
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Gibt es beim Schreiben für Kinder etwas, das Du bewusst anders machst als bei „klassischen“ Abenteuern?
Ich würde sagen, ich folge einfach meinem kindlichen Gemüt 😊
Aber natürlich ist es sehr wichtig, die Sicht auf die Erfahrungswelt und Entwicklungsstufen der Kinder nicht zu verlieren. Deswegen ist es bei Abenteuern für Kinder, besonders einem Gruselabenteuer, sehr wichtig, die Kinder nicht zu überfordern und das Abenteuer mit mehreren Spielgruppen vor der Veröffentlichung zu testen.
Aber natürlich ist es sehr wichtig, die Sicht auf die Erfahrungswelt und Entwicklungsstufen der Kinder nicht zu verlieren. Deswegen ist es bei Abenteuern für Kinder, besonders einem Gruselabenteuer, sehr wichtig, die Kinder nicht zu überfordern und das Abenteuer mit mehreren Spielgruppen vor der Veröffentlichung zu testen.
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Wie war der kreative Prozess für Dich – eher ein klarer Plan oder viel Magie und Spontaneität unterwegs?
Mir kommen ständig irgendwelche Ideen für Geschichten und Abenteuer, die ich in einem digitalen Whiteboard sammele. Viele davon kommen mir immer wieder in den Kopf und manchmal fangen sie an, sich zu einer Geschichte zu formen. Das ist dann der Punkt, wo ich mit dem Schreiben anfange. Einen klaren Plan gibt es nicht. Ich muss erst anfangen zu schreiben, um herauszufinden, wie sich die Geschichte entwickelt. Und manchmal muss ich erst verschiedene Wege ausprobieren (und verwerfen), um am Ende den richtigen zu finden.
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Wenn Du einen Tipp an Spielleitungen hättest, die dieses Abenteuer spielen möchten, welcher wäre das?
Macht euch keine Sorgen darüber, zu jedem Punkt in der Geschichte immer den perfekten nächsten Schritt parat zu haben. Kinder sind super kreativ und manchmal ist es einfach wunderbar, ihnen die Zügel zu überlassen und zu schauen, wohin sich die Geschichte entwickelt.
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Wie stehst Du zu dem Grundsatzkonflikt „Railroading versus Sandbox“?
Ich sehe das nicht als Gegensatz. Für mich liegt der goldene Weg genau in der Mitte.
Der Vorteil eines (gut) geschriebenen Abenteuers ist, dass sich ein Autor lange Zeit genommen hat, eine schlüssige Geschichte auszuarbeiten mit einem roten Faden, überraschenden Wendungen, gut ausgearbeiteten Figuren und spannenden Begegnungen.
Für mich gehört dazu aber auch, den Fluss durch das Abenteuer nicht zu erzwingen. Wenn es an den Schauplätzen Dinge zu entdecken gibt, die nicht Teil der Hauptstory sind, oder es sogar möglich ist, dass Rätsel auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlicher Reihenfolge gelöst werden können, dann fühlen sich fertig geschriebene Abenteuer eben nicht wie Bahnschienen an, sondern ermöglichen offenes Explorieren und eigene Entscheidungen. Die Kunst ist dabei, der Spielleitung Ereignisse oder Begegnungen an die Hand zu geben, um die Charaktere irgendwann auch wieder zum roten Faden „zurückzulocken“.
Der Vorteil eines (gut) geschriebenen Abenteuers ist, dass sich ein Autor lange Zeit genommen hat, eine schlüssige Geschichte auszuarbeiten mit einem roten Faden, überraschenden Wendungen, gut ausgearbeiteten Figuren und spannenden Begegnungen.
Für mich gehört dazu aber auch, den Fluss durch das Abenteuer nicht zu erzwingen. Wenn es an den Schauplätzen Dinge zu entdecken gibt, die nicht Teil der Hauptstory sind, oder es sogar möglich ist, dass Rätsel auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlicher Reihenfolge gelöst werden können, dann fühlen sich fertig geschriebene Abenteuer eben nicht wie Bahnschienen an, sondern ermöglichen offenes Explorieren und eigene Entscheidungen. Die Kunst ist dabei, der Spielleitung Ereignisse oder Begegnungen an die Hand zu geben, um die Charaktere irgendwann auch wieder zum roten Faden „zurückzulocken“.
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Welche Szene oder Wendung im Abenteuer ist Dein persönliches Highlight (natürlich spoilerfrei 😉)?
Aaah, das kann ich natürlich nicht sagen, ohne zu spoilern. Aber so viel: es hat etwas mit dem oben erwähnten Subplot zu tun.
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Was hat Dir beim Schreiben am meisten Spaß gemacht? Und: Wird es ein weiteres Abenteuer aus deiner Feder geben?
Es macht mir eine wahnsinnige Freude, in die eigene Fantasie abzutauchen und zu erfahren, wie eine Geschichte ihr Eigenleben entwickelt. Schreiben ist tatsächlich mein Happy Place und ich würde gerne viel mehr Zeit dafür haben.
Und ja, es wird auf jeden Fall weitere Abenteuer aus meiner Feder geben. Wir arbeiten an mehreren Erweiterungen für Little Wizards und ein Teil davon wird auf jeden Fall von mir geschrieben.
Und ja, es wird auf jeden Fall weitere Abenteuer aus meiner Feder geben. Wir arbeiten an mehreren Erweiterungen für Little Wizards und ein Teil davon wird auf jeden Fall von mir geschrieben.
Ihr habt Lust Euch auf die Suche nnach Valentino Apfelbaum zu begeben?Das Abenteuer „Der verschwundene Geschichtenerzähler“ findet Ihr bei uns im Shop.
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